Archive for August, 2010

Manchmal wird einem beim Ansehen eines Bildes übel. Bei diesem hier überlegt man sich zumindest, ob man wirklich so nüchtern ist, wie man ohne Alkohol zu konsumieren nur sein kann.

„Frauen bei Frühgymnastik im Beachclub in Hamburg“, so die Bildunterschrift im Original. (Hier ist nur ein Bildausschnitt des im Spiegel 32/2010 veröffentlichten Fotos gezeigt)

Die Füße der vorderen Dame sind länger als ihr Unterarm, das Gesicht der Sportlerin dahinter ist eineinhalb mal so lang wie ihr Oberarm.

Wer Container als Anschauungsobjekte bevorzugt, kann sich auch an den unterschiedlichen Längen im Hintergrund sattsehen.

Photoshop hat viele Features. Manche können Fotos von Knipsfotografen zu ansehnlichen Bildern verwandeln. Ein zu viel an Geradeziehen (Perspektive) aber tut dem intelligenten Betrachter weh. Vielleicht sollte man fürs Layout doch wieder ausgebildete Grafiker beschäftigen…

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Nein, ich habe nichts gegen den Spiegel. Ganz im Gegenteil. Er liefert Woche für Woche so schöne Steilvorlagen für mein Blog.

Zitat aus 32/2010:

„…Wacken, ein Dorf hinter Itzehoe, das normalerweise 1800 Einwohner hat, jetzt aber fast 80000.“

Es geht um ein Heavy-Metal-Festival und um die Anzahl der Besucher. Oder um die Einwohnerzahl? Ja, ist das nicht das Gleiche? Oder dasselbe? Oder doch ganz etwas anderes? Oder müssen, wenn sie Spiegel lesen, alle Festivalbesucher auch Einwohner des Dorfes werden?

Fragen über Fragen. Die sich, wenn schon nicht der Redakteur, dann wenigstens der Leser stellt.

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„Nun kommt die Forschung zur gegenläufigen Erkenntnis: Der Mensch kann die Gene durch seinen Lebensstil beeinflussen.“ Nun? Ist Der Spiegel auch schon aufgewacht?

Zellbiologe Bruce Lipton forscht seit den 1980er Jahren und publiziert und talkt und verbreitet seine Forschungen aus Stanford und Chicago ans allgemeine Publikum. (What controls biology; think beyond your genes.) Auf youtube gibt es zahlreiche (nein, nicht unzählige, denn einige intelligente Menschen und viele dumme Maschinen können die Anzahl durchaus eruieren) Videos von und über ihn.

„Gene sind kein Schicksal“, beschreibt Blech…“

Wenn er das ehrlicherweise wenigstens als Zitat von Lipton schreiben würde. Einfach nur peinlich.

Da wird viel altes Blech als neue Kuh durchs Dorf getrieben.

Das Thema muss im August 2010 nicht nur als Titelgeschichte im Spiegel herhalten. Der Autor und der Rest der Redaktion finden auch nichts dabei, die auf Kosten des Magazins (und damit der Leser) recherchierte Geschichte auch als Buch im Spiegel dick und breit zu bewerben… Und schon sind etliche Journalistenpreise mitinbegriffen. Es bleibt wie immer alles in der Familie. Hätte ein freier Redakteur sich herausgenommen, die seit Jahren bekannten Forschungsergebnisse als neu zu veröffentlichen, hätte kein Hahn gekräht. Geschweige denn, dass das Buch auch nur eine Erwähnung im Spiegel erhalten hätte.

Bei anderen kommt die Ehrgefühlkeule im übrigen durchaus zum Zug: in der gleichen Ausgabe, etwas weiter hinten im Heft (S90): Beim Fußball haben nutznießerische Interessenskonflikte durchaus ein Gschmäckle.

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Ob man die Apothekenrundschau für eine ernstzunehmende Publikation hält – darüber gibt es unter Journalisten unterschiedliche Meinungen. Soll auch hier nicht das Thema sein. Denn die Aussage eines Beitrages darin: „dass Deutsche zu häufig im europäischen Vergleich zum Arzt gehen“, gibt es auch in anderen Magazinen.

Auf mehreren Seiten wird über die Gründe des häufigen Arztbesuches spekuliert.

Logisches Nachdenken könnte auch hier mehrere Seiten Geschreibsel ersetzen:

Unnötiger Arztbesuch aus Sicht des Patienten: Warum braucht man eine Überweisung des Hausarztes auch für klare Fälle: Für den regelmässigen Check beim Gynäkologen? Wenn ich weiß, dass der Finger gebrochen ist und der Hausarzt ohne Röntgen auch nichts sagen kann?…

Viele Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel bekommt man hierzulande nur mit Rezept eines Arztes. In anderen Ländern wie USA, den Niederlanden oder England erhält man vieles über den Counter auch ohne Rezept. Wenn man das nicht möchte, dann bitte kein Gemeckere über das viele unnötige Zum-Arzt-Laufen. Denn das ist für den Patienten so zeitraubend und unangenehm wie für die Kassen teuer.

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