Archive for Dezember, 2010

Das Problem an Jungjournalisten ist, dass sie mit Mitte zwanzig zwar automatisch für alle Preise abonniert sind, das aber leider weder ihr Allgemeinwissen widerspiegelt, noch ihre spezielle Ahnung auf Gebieten, über die sie schreiben.

Aus: Der Spiegel 52/2010, ein ganzseitiger Beitrag über einen dänischen Möchtegern-Raumfahrer, der Raketen bastelt:

„Flight“ hat er mit Filzstift auf seine Brusttasche geschrieben. Flug.

Nein. Und nochmals nein. Volksschulwissen langt hier nicht. Entweder man ist alt genug, um sich noch an die Life-Übertragungen der amerikanischen Mondlandungen zu erinnern, oder man recherchiert und gibt nicht Mutmassungen wieder.

Das Schildchen „Flight“ am Anzug heißt nicht „Flug“. Es zeigt eine Position. „Flight“ ist die Bezeichnung für den Ranghöchsten einer Mission, den Flight Director. Flight ist derjenige, der das Sagen in allem und jedem Punkt hat. Das wollte wohl auch der Däne mit seinem Schildchen ausdrücken: Hier bestimme ich, denn ich bin „Flight“.

Aber was will man von einem Magazin, das schon vor Jahren in einem Beitrag nicht wusste, dass HAL, der Name des denkenden Bordcomputers von „2001“, simpel und einfach IBM minus 1 entspricht…

Einfach mal die Masse fragen, die Leser, die Nerds des Faches, über das man schreibt. Bevor man sich als Jungspund lächerlich macht.

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Holocaust Mahnmal in Berlin

Soweit ich mich erinnern kann, ist es nicht erlaubt, die Stelen des Denkmals zu betreten. Macht auch Sinn, wenn man das Denkmal ernst nimmt.
Warum dann dieses Bild (hier ein Ausschnitt), das im Original auf mehr als ein Drittel Seite im Spiegel 30/2010 abgebildet ist? Im Text ist kein Bezug zum Über-die-Stelen-laufenden-Mann ersichtlich… In der Bildunterschrift auch nicht, aber dieser Anspruch wäre für den Spiegel auch zu hoch gegriffen.

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Der Spiegel 37/2010, neun Autoren zeichnen für diese Aussage:

Es stimmt schließlich: wer arm ist, hat wenig Geld für Bildung übrig, wer deshalb wenig Bildung genossen hat, bleibt wiederum tendenziell eher arm…

Soso. Wie ist belegt, dass diese Behauptungen zutreffen?

Als junges Mädchen kam Maria Sklodowska 1891 mit wenigen Francs an die Sorbonne nach Paris, weil in ihrem Heimatland Polen Frauen nicht studieren durften. Als Marie Curie erhielt sie wenige Jahre später die Nobelpreise für Physik (1903) und Chemie (1911).

Heute würde sie für das Durchsetzen ihrer Ideale und das Kämpfen für ihre Ziele vermutlich als Narziss abqualifiziert werden. Aus Der Spiegel 47/2010, diesmal fünf (!) Autoren

…Sebastian Vettel, die freundliche Version dieser Gattung leidenschaftlicher, gnadenloser, durchaus narzisstischer Sportler.

Erfolg kommt nicht vorbeigeschneit. Erfolg muss man sich erarbeiten. Täglich. Mit Einsatz. Mit Leidenschaft. Sieger entstehen nicht Angstgetrieben am Sofa.

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Das kam mir doch bekannt vor: ein Kunstfälscher und seine Frau, aus dem Kölner Raum, namens Beltracci.

Genau. Der Beitrag dazu im Spiegel 50/2010 war dem Magazin im Oktober schon mal mehrere Seiten wert. Der Dezemberbeitrag ist umgeschrieben und etwas inhaltlich aufgehübscht.

Gibt es nichts Wichtigeres oder bahnbrechend Neues mehr zu erzählen?

Aufgewärmte Kamellen.

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Nie.
Noch nie.
Was ist weniger als nie?
Überhaupt nie?
Igitt.
Aus: Der Spiegel 50/2010, Seite 93, sieben (!) Schreiber unterzeichneten als Autoren:

Überhaupt noch nie musste jemand erdulden…

Einfach nur igitt.

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Unter Sensor riecht Ackerschädlinge druckt Der Spiegel 50/2010 einen Beitrag in der Rubrik Wissenschaft . Technik, dessen Inhalt bereits in meinem Bionik-Buch Warum Fliegen sich im Kino langweilen 2001 beschrieben war. Fast 10 Jahre früher. Ein populärwissenschaftliches Buch…

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In Anlehnung an den ersten Spiegel-Besserwisser-Beitrag gibt es Nachschlag in Ausgabe 37/2010:

…Außerdem hält Merkel die BdV-Präsidentin (Erika Steinbach, Anmerkung hkl) für notorisch geltungssüchtig.

Ein hartes Urteil, das zutreffen mag oder auch nicht. Was mich mehr interessieren würde, wäre die Quelle dazu: Wann hat Angela Merkel mit welchem Wortlaut das zu wem gesagt? Da hüllen sich die drei Autoren wie üblich bei solchen Meinungsäusserungen im Spiegel in Schweigen.

Und im gleichen Artikel, der sich unter dem Mäntelchen eines Berichtes versteckt:

Die Not muss groß sein, wenn sie so entscheidet, und die Not war groß.

Der Beginn des Satzes ist ok, die Schlussfolgerung daraus pure Meinung eines der drei Autoren. Oder aller drei? Wer denkt so? Das ist keine absolute Wahrheit, auch wenn sie dem Leser so präsentiert wird.

Erneutes versuchtes Gedankenlesen, als Tatsache hingestellt, in Der Spiegel 34/2010

Angela Merkel findet an solchen Spielchen wenig Gefallen. Wenn sie etwas nicht leiden kann, dann die erdrückende Präsenz von Männern,…

Und im Spiegel 50/2010, erneut über Angela Merkel

In Wirklichkeit fürchtet sie den Groll der Steuerzahler…

Es mag sein, dass die abermals fünf Autoren in ihrem Leben von Furcht und Angst getrieben sind. Bei Bundeskanzlerin Merkel bezweifle ich dies. Menschen, die vor allem und jedem Angst haben, wären schon lange von der politischen Bildfläche verschwunden.

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Fliegen ist nicht jedermanns Sache, kein Problem. Solange er sich nicht berufen fühlt, über ein ihm fremdes Sachgebiet seine Meinung kundzutun.

Der Spiegel 47/2010

Red Bull hat Sportarten erfunden wie das Air Race, bei dem Kunstflieger durch einen Parcours rasen…

Ach Gottchen. Das Reno Air Race gibt es seit 1964 jährlich. Ein Klassiker. Man muss nur wissen, dass Fliegen, die Luftfahrt und der Kunstflug schon lange existierten, bevor die Zuckerlimonade aus dem Nichts auftauchte. Und sich nicht mit einer Sache oder einer Firma gemein machen, über die man schreibt.

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Lotto im Internet ist seit 2009 verboten – in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Wieso füllt sich mein Email-Eingangspostfach immer wieder mit solchen Spam-Angeboten? Sieht der Staat das Internet als rechtsfreien Raum oder warum verfolgt hier keiner, dass mir und anderen Angebote gemacht werden, die illegal sind? Würde sicher mehr einbringen als Tickets wegen Falschparken.

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Das hatten wir schon: es brennt, ist heiß, Feuer, und Der Spiegel macht daraus ein Höllenfeuer.

Damas war die Temperatur in der Spiegelhölle 1100 Grad Celsius.

Der Spiegel 47/2010 toppt das noch um ein paar Zehnerpotenzen. Im Artikel mit der Überschrift Chronisten des Höllenfeuers geht es nun um Atombombenexplosionen, also um rund 300000 Grad Celsius (oder Kelvin, das macht bei diesen Temperaturen nicht mehr so den Unterschied).

Also wieviel Grad hat es nun in der Hölle? Oder kann man sich da Temperaturbereiche aussuchen, je nachdem wie warm man es gerne hätte? Fragen über Fragen…

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