Archive for Januar, 2013

Der Spiegel macht immer wieder Freude. Man kann sich beim Lesen so herrlich über die Schreiberlinge amüsieren. Aus einem Text über Lance Armstrong, veröffentlicht in: Der Spiegel 2/2013.

Armstrong befindet sich im freien Fall, und in welcher Tiefe er aufschlagen wird, lässt sich ahnen.

Als Journalist sollte man nicht mit Mutmassungen und Vorahnungen um sich werfen, sondern Fakten präsentieren. Versuchen wir also die obige Mutmassung als simple Mathe-Physik-Aufgabe zu lösen:

Weg = Geschwindigkeit x Zeit

Die gesuchte Tiefe ist der Weg, Geschwindigkeit ist nach rund 10 Sekunden Beschleunigung im freien Fall seine dann erreichte konstante Endgeschwindigkeit. Die liegt um die 200 Stundenkilometer, mit denen ein Mensch in stabiler Lage der Erde entgegen fällt.

Was aber machen wir mit der Zeit? Ist es also zeitabhängig, wann er auf ein Hindernis auftrifft?

Das Problem liegt im hinkenden Vergleich. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass der freie Fall genau dann zu Ende ist, wenn der Mensch entweder seinen Fallschirm aktiviert oder weiter mit konstanter Geschwindigkeit fällt, bis er auf auf die Erdoberfläche trifft: auf Baum, Haus, Erdboden, Wasser…

Wann Letzteres eintritt, hängt allein von der Höhe über Grund ab, in der die Überlegung angestellt wird. Und damit nach der Formel auch nach der Zeit, die ihm zwischen seiner derzeitigen Höhe und dem Erdboden bleibt.

Kurz und gut, leider passt das erneut: Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

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Zitat aus Der Spiegel 51, 2012 (Bericht über einen EU-Gipfel)

Eigenlob liegt häufig neben der Wahrheit, doch in diesem Fall ist der Abstand besonders groß.

Nehmen wir die Herren doch mal beim (eigenen) Wort, oder besser Zitat. Oder wie soll man die ganzseitige Anzeige im gleichen Magazin sehen, die sich im Januar 2013 an Spiegel-Leser wendet?

Jetzt sind Sie gefragt! Journalismus muss ausgezeichnet sein. Schicken Sie uns Ihre Vorschläge für den Henri Nannen Preis 2013.

Dass Journalistenauszeichnungen dieser Größenordnung stets nur an affilierte Redakteure einiger weniger ausgesuchter (Hamburger) Großpublikationen gehen, ist Tatsache. Muss man da auch noch so plump dafür Eigenwerbung betreiben?

Welcher normale freie Journalist kann sich eine ganzseitige Anzeige im Spiegel für seine Arbeit in einer anderen Publikation leisten?

Eigenlob stinkt. Das weiß sogar der Spiegel. Es kümmert nur keinen.

 

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Retweet, copy and paste von Informationen ist nicht so mein Ding. Hat nichts mit Journalismus zu tun und ist unnötig. Generell. Ausnahmen bestätigen die Regel: Das hier ist so gut, das muss man weiterverbreiten:

Aus Microsoft-Gebäuden im kalifornischen Mountain View wurde der Diebstahl von mehreren iPads von Apple gemeldet. Von den hauseigenen Produkten sei nichts weggekommen, heißt es im Polizeibericht.

Hier ein Link auf den vermutlichen Erstbericht.

 

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Nein. Und nochmals Nein.

Wer solche Fragen stellt (im „Journalist“ und im täglichen Leben), der hat in diesem Beruf nichts verloren. Wenn es nicht in der Seele brennt, wenn man nicht selbst davon überzeugt ist, dass das die richtige (und einzig mögliche) Entscheidung ist, dann hat man oder frau in diesem Beruf nichts verloren. Er oder sie wird an den harten Anforderungen im Alltag zwangsläufig scheitern.

Das Gejammere, dass eine junge (bisher festangestellte) Journalistin, nun „nicht weiß, wovon sie die Miete im nächsten Monat bezahlen soll“, zeigt, dass sie den falschen Beruf gewählt hat. Freie Journalisten müssen jeden Monat sehen, wovon sie im nächsten Monat leben. Aufträge fliegen selten beim Fenster herein. Und über das Wohlfühlmodell des steten Gehalts am Ende des Monats, egal, ob man krank war, auf Urlaub oder auch sonst nur nicht ans Telefon ging, lächeln Freie schon lange. Freie erhalten im Schnitt die Hälfte an Einnahmen von Festangestellten und müssen dafür für all diese Fälle vorsorgen, neben der (lästigen) Akquise, dass auch noch jemand die eigene Arbeit als druckenswert ansieht.

Wem der Realitätssinn dafür fehlt, dass auf Lebenszeit angestellte Journalisten ein Auslaufmodell sind, der ist in diesem Beruf fehlt am Platz.

 

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Ach, diese Diskussion hatte ich schon mehrfach mit dem Lektor meines Verlages: ich wollte zukunftsweisend „Ebooks“ haben…

For those who still call books ebooks, it’ll be spelled “ebook,” not E-Book or
e-book. Who today still calls email E-Mail?
–Mark Coker, Smashwords.

 

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(Zunächst: das ist eine Beobachtung zur Berichterstattung und kein Beitrag zur Thematik des tragischen Vorfalles an sich.)

In der Deutschsprachigen Presse sind Berichte zu diesem  Thema dem Begriff „Newtown“ zugeordnet. Newtown ist die Stadt in Connecticut, in der das Drama an der Volksschule stattfand.

In amerikanischen Berichten und im amerikanischen Alltag geht es stattdessen um „Sandy Hook“, wenn auf das Thema der Schießerei und deren Folgen referenziert wird. „Sandy Hook“ ist der Name der Volksschule.

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