Archive for the ‘Lebensqualität’ Category

wahl2013

 

 

 

 

 

 

 

 …oder, was manche Wahlplakataussagen mit Casanova gemein haben…

Egal, von welcher Partei, die Texte auf den Plakaten zeigen nicht einmal ein Versprechen VOR der Wahl. Eine willkürliche Auswahl:

Wer alles gibt, muss mehr bekommen.

Partner der Vernunft.

Solide Finanzen.

Gleiche Bildungschancen für alle.

Wenn die Sonne scheint, ist der Himmel blau.

Kalter Winter.

Nun gut, die letzten zwei stammen nicht von Wahlplakaten. Inhaltlich liegen sie aber auf der gleichen Ebene.

Unter einem (Wahl-)Versprechen würde ich etwa Folgendes verstehen: Wir garantieren Ihnen, dass, wenn unsere Partei nach der Wahl an der Regierung ist, wir für Sie als Wähler dies umsetzen:
Wenn Sie alles geben, erhalten Sie mehr vergütet als zuvor.
(Sinngemäß)
MEHR Geld? Zeit? Anerkennung? Was?

Sonst hat es ungefähr den Wert wie: Schmeckt so herrlich Joghurtleicht. Die Tatsache des Geschmacks hat Nullkommanichts mit den Hüftspeckansetzenden Kalorien des Süßriegels zu tun. Ähnelt den Aussagen eines Mannes zu seiner Angebeteten: Die Liebe ist so etwas Schönes.
Prima, du Dussel, sag ihr doch, dass Du SIE liebst und wirf keine Allgemeinplätze, für die Du nicht zuständig zeichnest, in die Welt. 🙂

Welche Partei soll ich denn nun am Sonntag wählen? Welchem rhetorischen Allgemeinplatz glaube ich am ehesten?

Ach, beinahe hätte ich es vergessen – als Nicht-Deutsche darf ich zwar Steuern zahlen aber beim Ankreuzeln nicht mitmachen. Welch ein Glück?

 

 

 

 

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Werbeagenturen sollte man ab und zu auf die Finger schauen. Genauer. Zumindest wenn man sein Produkt dem potentiellen Kunden korrekt präsentieren möchte.

Bildausschnitt (ohne die roten Markierungen) ist Teil einer ganzseitigen Werbung, die unter anderem im Spiegel seit einigen Wochen läuft.

Lufthansa Werbung für die Business Class mit doppeltem Pfeffer…

Lufthansa Werbung für die Business Class mit doppeltem Pfeffer…

Lange Zeit gab es in der Lufthansa Business Class keine kleinen schnuckeligen Pfeffer- und Salz-Streuer mehr am individuellen Tablett des Gastes. Trotz rigoroser Sparmassnahmen kommen sie nun offensichtlich zurück. Schön für den Gast.

Dann aber geht sicher kein Flugbegleiter mehr durch die Kabine mit einem extra Pfefferstreuer. Oder doch? Das wäre doch wieder ein neues Einsparungspotential, mit dem sich einer brüsten könnte.

Es wurden schon leichtere und wichtigere Dinge als ein Pfefferstreuer aus dem Flieger entfernt, um Gewicht zu sparen.

Aber zweimal Pfeffer ist für die Sicherheit sicher unabdinglich notwendig. Oder?

Schildbürgerstreich…

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Man lernt nie aus: Kühe werden zwar gemolken, aber die Milch wächst auf den Bäumen:

In speziellen Milchkristallen ist sogar noch mehr Melatonin enthalten. Diese werden aus Kuhmilch gewonnen, die vor Sonnenaufgang geerntet wurde.

(Aus einer Pressemeldung der Milchkristalle GmbH:
Wissenswertes zum internationalen Tag der Milch am 1. Juni)

 

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Zitat aus: Der Spiegel 5/2012 (Vorspann zu „Terror am Himmel“)

Fluglärm quält Millionen Deutsche. Der Krach kann zu Herzerkrankungen und womöglich zu Krebs führen…

Der Krach? Warum genau der? Warum nicht jeder Krach? Also einfach: Krach.

Weitere zwei Zitate aus einem späteren Spiegel 11/2012 (Seite 18)

Nach unseren Umfragen fühlen sich 55 Prozent der Deutschen durch Straßenlärm belästigt. Bei Fluglärm ist es jeder Dritte, bei Schienenlärm jeder Fünfte.

Also nochmal im Klartext: mehr als die Hälfte der Deutschen stört der Straßenlärm. Nur ein Drittel klagt über Fluglärm. Das spiegelt sich so nicht in der Presselandschaft wieder.

Der Mensch bewertet Geräusche unterschiedlich. Wenn er den Eindruck hat, diese wären vermeidbar oder werden sogar absichtlich erzeugt, stören sie ihn viel mehr als Geräusche, die er als neutral einstuft.

Können wir dann endlich zur Tagesordnung übergehen und den Menschen, die sich durch Flugzeuge gestört fühlen, erklären, dass Fluggeräusche genauso neutral sind wie der Rasenmäher von nebenan, oder der Hausbau seit mehreren Monaten gegenüber?

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Ein realer Tag in Athen.
Das Manager Magazin und der Spiegel sind sich uneinig. MM hält daran fest, dass Griechenland und Euro gemeinsam bleiben. Der Spiegel hat nach jahrelangem ähnlichem Tenor nun doch umgeschwenkt und sieht die Welt realistischer – so, wie die Weisen und Eingeweihten es schon lange prophezeiten: Alle Euro-Transfer-Milliarden nach Griechenland laufen in ein Fass ohne Boden.

Viele Deutsche lieben es, nach Griechenland auf Urlaub zu fahren. Laissez-faire und endlich das Leben geniessen. Der Film Alexis Sorbas (Mikis Theodorakis) lieferte das Lebensgefühl, von dem eine ganze Generation Deutscher träumte. Träumte, aber nicht danach arbeitete.
Man kann die griechische (Urlaubs-)Mentalität nicht eindeutschen. Das funktioniert nicht. Das bleiben zwei Welten und dann ist es gut so. Für beide Seiten.

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Zwei Zitate aus dem Journalist 5/2012, Autor ist Ralf Geißler.

Journalisten können ihren Beruf gar nicht mit dem Leben verwechseln, weil sie beides für dasselbe halten.

Wenn man Journalisten als Ausgleich (zur Arbeit) Waldläufe empfiehlt, nehmen sie ein Pulsmessgerät mit und schreiben anschließend eine Geschichte übers Joggen.

No need to comment.

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Nach einem Super-Jahr in USA (mit einigen kurzen Unterbrechungen) bin ich in nächster Zeit wieder überwiegend in Deutschland zuhause. Und damit wird es auch wieder online mehr Updates aus meinem Leben geben. Versprochen.

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Genuss pur…warum man(n) auf die Anuga geht:
Anuga 2011-1
Anuga ist die alle zwei Jahre in Köln abgehaltene Ausstellung der Nahrungs- und Genussmittelproduzenten…

 

Weitere Bonmots von der Anuga 2011

anuga icon Wenn der Teller wichtiger wird als das Essen darauf, präsentiert man jedes Shrimpchen auf einem eigenen Tellerchen:
Anuga 2011-2Anuga 2011-3

anuga icon Was ist innovativ, trendgerecht, umsatzstark? Zumindest nach der Meinung des Herstellers?
Gestrecktes Hack. Hackfleisch, das um 20 Prozent weniger (hochwertiges) Fleisch, dafür aber nicht näher deklariertes pflanzliches Eiweiss enthält. In Fleischmangelzeiten (Krieg) bezeichnet man derartiges in Österreich als „Falscher Hase“. Gutes Marketing ist, wenn man Mängel als Qualität anpreist.
Ein Mischprodukt also statt purem Fleisch. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, nur die Art des Anpreisens befremdet. Mich als Käufer zumindest.
hackplus war Gewinner des Innovationspreises der Anuga taste11.

anuga icon Laut einer Presseaussendung führte einen Monat nach Ungarn auch Dänemark eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel ein. Um umgerechnet je 2,15 Euro je Kilogramm ungesättigter Fette werden die Dickmacher dort teurer.

anuga icon Schon das Wort ist ein Monstrum: Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Besonders Konditoren und Schokoladenhersteller wehrten sich gegen die EU-weite Einführung obiger Verordnung. Sie fürchteten Umsatzeinbußen, wenn der Käufer verständlich und leicht lesbar nachsehen könnte, wie viel Zucker, Fett und Kalorien jedes Produkt enthält. Aber ernsthaft: wer Schokolade genießt, liest doch keine Kalorienangaben. Das macht man bei bewusster Ernährung…
Für den Aufdruck der Nährwertangaben haben die Hersteller nun fünf Jahre Zeit.

anuga icon

Biozertifiziert nach EG-Öko-Verordnung und ausgezeichnet mit dem EU Bio-Siegel

Auch wenn man als Verbraucher keine Ahnung hat, was das in der Praxis bedeutet, hört sich das doch ultra-gesund an. Auch noch, wenn man weiß, dass das Produkt Rührei im Karton ist und in dieser Form (laut Hersteller) bis zu sieben Wochen haltbar ist?

Einmalig praktisch: …im 1ooog-Tetra Brik mit Drehverschluss

Wohl bekomm’s.

anuga icon Getränketrends
Der Bierabsatz nimmt großflächig ab, Alkohol ist von der zunehmend älter werdenden Käuferschichte weniger gefragt. Da muss doch wieder etwas Neues her: Energiedrinks in allen Variationen. Was mit der zuckrigen, koffeinhaltigen Aufputschlimonade Red Bull begann, findet mehr und mehr Nachahmer. Von nicht sonderlich gesundheitsfördernen Dosenlimos ählicher Zusammensetzung bis hin zu Fruchtsaftmischungen, bei denen der Energie-Kick nur mehr durch den Zuckerzusatz („ist nur Fruchtzucker“) geschehen soll.
Irgendwo dazischen auch sinnvolle, neue, vielfach exotische Getränkemixturen aus möglichst naturbelassenen Früchten und mit statt Zucker zugesetzten Vitaminen. Fruchtsaft 3.0 – bitte mehr davon.

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Ein wenig Wissenswertes für die journalistischen Kollegen, die derzeit über das Thema schreiben (müssen); Physiker mögen die Vereinfachung verzeihen, mir geht es um das prinzipielle Verständnis einzelner Begriffe und nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.

Notabschaltung und Herunterfahren eines Reaktors
Nein. Das sind keine Synonyme.
Not-Aus ist auch keine Variante des kontrollierten Herunterfahrens eines Reaktors.
Not-Aus verhält sich zum Herunterfahren wie der Abschuss eines Flugzeuges in der Luft zu einer kontrollierten Landung. Etwas, das man nicht macht, ausser es gibt verdammt gute Gründe dazu – wie jetzt in Japan.
Bei einer Reaktorschnellabschaltung werden die Steuerstäbe in Sekunden in den Reaktorkern komplett gefahren. Sie enthalten meist Bor. Wenn nichts anderes mehr hilft, wird auch das Kühlwasser mit Borsäure versetzt, bezeichnenderweise nennt man das Vergiftung (des Reaktors).
Zu beiden Massnahmen braucht man allerdings Strom. Und wenn ein Tsunami nicht nur die Stromleitungen komplett eliminiert, sondern gleichzeitig auch die Dieselbehälter für die Notaggregate wegschwemmt, bleiben nur mehr die Notbatterien, falls noch vorhanden. Wie weit während eines Erdbebens kurz zuvor dann selbst ein Not-Aus noch sauber in Fukushima funktioniert hat, darüber liegen mir keine geprüften Informationen vor, ausser den Mutmassungen zahlreicher Schreiberlinge.

Reaktorfahren
ist ein Beruf mit großer Verantwortung. Auch wenn es wie Traktorfahren klingt, so sitzt der Kollege an einem Büroarbeitsplatz an einer komplexen Steuerungsanlage. Was er mit seinen Computerkommandos überwacht und gegebenenfalls steuert, sind absorbierende Stäbe zwischen den Brennelementen. Welche, wie viele Stäbe er wann wie weit zwischen die einzelnen Brennelemente einschieben lässt, das beeinflusst die Leistung des Kernkraftwerkes, aber auch dessen Abnutzung, den Abbrand (der Brennstäbe). Kennt man vielleicht von Autoreifen, die manch einer auch mal von vorne nach hinten tauscht, damit das Profil gleichmässig abgefahren ist.
Die Steuerung (und dazu zählt auch das kontrollierte Herunterfahren) erfolgt über die Regelung der Steuerstäbe im Reaktor und des Kühlmitteldurchsatzes. Ein Reaktor wird also kontinuierlich gefahren, „überwacht“ und geregelt, nicht nur im Fall eines kontrollierten Herunterfahrens („Abschalten“).
(Es mag sein, dass sich der Kollege lieber als Systemingenieur oder ähnliches sieht, das fällt aber eher in die Kategorie: Hausmeister versus Facility Management)

Demonstranten fordern: Kernkraftwerk abschalten und aus ist es
Weder ein kontrolliertes Abschalten (Herunterfahren) noch ein Not-Aus beenden die Energieproduktion ad-hoc. Man kann einen Reaktor nicht wie eine Lampe einfach ausknipsen.
Eine Schnellabschaltung verhindert durch die Absorption der freien Neutronen weitere initiale Spaltung von Kernen. Was dies nicht verhindert, ist der weitere radioaktive Zerfall der entstandenen Spaltprodukte. Und die produzieren noch tagelang Radioaktivität und damit Nachwärme – hart gesprochen: Leistung, die aus welchen Gründen auch immer, dann nicht mehr gefragt ist. Aber weiterhin entsteht.

Wenn man ein Kernkraftwerk auf Dauer stilllegt, müssen also alle Brennstäbe einzeln aus dem Core, dem Reaktorkern entfernt und weiter voneinander gelagert und weiterhin gekühlt werden. Auch Brennelemente, die nach dem Erreichen des zulässigen Abbrandniveaus ersetzt werden sollen, werden vor dem Abtransport in einem wassergefüllten Abklingbecken zwischen gelagert.

Wie das Herunterfahren klappt auch das Anfahren eines Reaktors nicht per Anknipsen: Neue Kernreaktoren fährt man über mehrere Tage an, während Zustand und Verhalten des Reaktors penibel überwacht werden.

Abklingbecken
Das Abklingbecken ist kein und enthält keinen Reaktorkern. Es sieht – platt ausgedrückt – aus wie ein Schwimmbecken. Oben offen. Hierin werden bereits zu viel verbrauchte („abgebrannte“) Brennelemente tagelang zwischengelagert, bevor sie zur Wiederaufbereitung abtransportiert werden. Die Lagerung ist nicht so dicht gepackt wie im Kern.
Fehlt das kühlende Wasser, entsteht auch hier große Wärme.

Restwärme
Auch nach dem Beenden der Kettenreaktion entsteht im Reaktor Wärme, weil die entstandenen Spaltprodukte selbst radioaktiv zerfallen. Der Begriff Restwärme ist Nonsens, weil die Nachzerfallswärme keine noch vorhandene Hitze des Reaktorkerns beim Abschalten ist, sondern durch weitere radioaktive Zerfälle neu produziert wird.

Halbwertszeit und was man wirklich fordern sollte
Wir sind gewohnt, regelmässig mit neuen Katastrophenmeldungen überflutet zu werden, die die alten möglichst schnell aus unserem Gewissen verdrängen. Welcher Lebensmittelskandal ist gerade noch in unserem Bewusstsein präsent? Ist Ägypten, Libyen noch oder jetzt nur mehr Japan das Gesprächsthema?
Cs 137, eines der relevanten Spaltprodukte bei Siedewasserreaktoren, hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Es ist gut wasserlöslich und sehr Sauerstoffaffin. Zu gut deutsch: mischt sich also mit allem und jedem, in der Luft und in der Nahrungsmittelkette. Radioaktive Strahlung sieht man nicht, schmeckt man nicht, riecht man nicht. Sie wirkt trotzdem. Haben wir also jetzt irgendwo die achtfache zulässige Belastung, so wirkt in 30 Jahren noch immer die vierfache auf uns ein. Wir importieren aus Japan und der Region nicht nur Fisch, sondern auch Autos und vieles mehr.
Wer kontrolliert hierzulande Importe auf Strahlung? Wo gibt es öffentlich zugängliche Strahlungsmessgeräte, die jeder benützen kann? Warum fordert das keiner in einer Demo?

Kernkraft statt Atomkraft
Die Kraft liegt im Kern und nicht in seiner fast materielosen Elektronenhülle. Wer von Atomkraft statt von Kernkraft spricht, lässt erahnen, wie wenig er von der Materie, über die er sich äussert, versteht.
Zur Erinnerung: In der Physik gibt es vier Grundkräfte: die starke Kernkraft, Elektromagnetische Kraft, schwache Kernkraft und die Gravitation. „Atomkraft“ fällt in die gleiche Worthülsen-Kategorie wie Herzkraft oder Körperkraft.
Ich, du, er, sie, es – alle Materie in diesem Universum besteht aus Atomen. Also, was immer die „Atomkraft“ beschreiben möge, sie umfasst auch unser gesamtes Leben und nicht nur Kernkraftwerke. Noch immer abschaffen?

Kritisch und nicht kritisch
Wenn ebenso viele freie Neutronen erzeugt werden wie durch Absorption verschwinden, nennt man das „kritisch“, k=1. Der kritische Zustand ist der normale Betriebszustand eines Kernreaktors, in dem eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion abläuft. Beim Anfahren des Reaktors liegt der k-Wert leicht über 1 (überkritischer Reaktor), um die Kettenreaktion kontrolliert zu starten.
Der Reaktor verändert im Laufe des Betriebs kontinuierlich sein Verhalten – das Uran 235 in den Brennstäben, verbraucht sich, die Stäbe „brennen ab“. Nach drei bis fünf Jahren müssen sie deshalb getauscht werden. Ebenso verändert sich die Zusammensetzung des Kühlwassers während des Betriebes durch die sich ständig ändernde Strahlung durch den Abbrand der Brennstäbe. Darum wird der Betrieb eines Reaktors laufend automatisch korrigiert und dies von Menschen überwacht.

Aus dem Spiegel 11, 2011: Die Brennstäbe schwimmen im Reaktorbehälter
Nein. Vielleicht schwimmt eine Ente im Badewasser der Journalistin, aber weder die Brennstäbe noch die Steuerungsstäbe schwimmen frei im Wasser irgendeines Kernreaktors. Ohne fixe Distanz sowohl zueinander als auch zu den Steuerstäben wären sie nicht mehr kontrollierbar.
Der Ausdruck hinkt nicht nur, er führt den Leser auf eine falsche Fährte.
Und ein Tipp: wenn es um die Sicherheit von Hochhäusern in extrem erdbebengefährdeten Gebieten geht, dann setzen Architekten und Statiker auf flexible Lagerung, auf eine Abkopplung des Gebäudes von Bodenschwingungen. Auch die Flächenspitzen einer Boeing 747 schwingen im Flug bis zu 12 Meter nach oben und unten. Wären sie komplett starr, würden sie bei einem ganz normalen Transatlantikflug abbrechen.

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich*
Zitat aus dem Spiegel 11, 2011:

Allein China will in den nächsten Jahren über 60 neue Reaktoren bauen, mehr als es heute Anlagen in Japan gibt.

Tja. Journalismus hin und her. Das Zitat hat die informative Qualität von: ein Kind allein isst zwei Äpfel und im ganzen Kindergarten werden sogar 30 Äpfel pro Tag verspeist!
Japan ist eine (seit jeher) erdbebengefährdete, relativ kleine Inselkette. China erstreckt sich über einen Großteil des Kontinents Asiens. Wenn man das Flächenmässig vergleicht, schneidet China sogar recht gut ab mit Quadratmeter pro Kernkraftwerk.
Mit mehr Sinn behaftet wäre eine Untersuchung, wo genau die neuen Kraftwerke geplant sind, ob die gewählten Standorte und Betreiber sicher sind und mehr. Dann können wir weiter diskutieren oder einen neuen kraftvollen Schlusssatz suchen.

Erdbeben der Stärke 7,2 oder 9,1
Zahlen sind immer gut, wenn man Fachwissen beweisen möchte. Man sollte sie allerdings korrekt einordnen können, will man dabei ernst genommen werden.
Ein Erdbeben der Stärke 2 (auf der nach oben offene Richterskala) wird auch unmittelbar über dem Epizentrum nicht viel mehr als ein Tassenwackeln bewirken. Und ein 9er wird auch in größerer Entfernung noch gravierende Schäden anrichten.
Bei einem 9er mit Zentrum inmitten eines großen Ozeans werden aber nicht die unmittelbaren Bebenschäden auf dem Festland das Problem sein, sondern die Wasserwellen an den Küsten (Tsunami). Ein Epizentrum inmitten eines großen Kontinents wird auch bei 9,1 keinen Tsunami bewirken.
Die Erdbebenstärke muss also stets in Distanz zum und der Art/Lage des Epizentrum gesehen werden.

(Zitat aus einer Newsgroup): Fukushima ist überall – Atomausstieg jetzt
Warum? An den Sicherheitskriterien für Kernkraftwerke in Deutschland hat sich auch mit den tragischen Ereignissen in Japan nichts geändert. Tsunamiauswirkungen in Mitteleuropa sind so unwahrscheinlich wie ein städtezerstörender Meteoriteneinschlag. Nicht unmöglich, aber komplett unrealistisch. Hier sind komplett andere Voraussetzungen wie an einer Inselkette im Pazifik. Geologen mögen mich korrigieren. Auch die Gefahr der seit Jahrhunderten bekannten Erdbebenlinie rund um Japan ist mit der Gefahr eines starken Bebens hierzulande vermutlich nicht mal in der Größenordnung vergleichbar.
Link: Die geologischen Grundlagen aus der Sicht des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam
Ob man für oder gegen Kernkraftwerke ist, da mag es gute Gründe geben. Politische Gründe, die die Wahl einer Partei fördern sollen, sind absurd.
Natürlich ist die Gefahr, in Frankfurt am Main auf der Zeil von einem Tiger angefallen zu werden, nicht gleich null. In ganz Sumatra dürfte sie aber bedeutend höher liegen. Auf der Zeil deswegen in Panik auszubrechen, macht wenig Sinn.

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* Zitat (Überschrift) stammt meines Wissens von Frank Kemper.

Die Diplomarbeit (Physik) des Autors dieses Beitrages war an der TU Wien (in Zusammenarbeit mit der IAEA): die mobile Abbrandmessung (Cs 137) eines Siedewasserreaktors.

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Lotto im Internet ist seit 2009 verboten – in Deutschland und vielen anderen EU-Staaten. Wieso füllt sich mein Email-Eingangspostfach immer wieder mit solchen Spam-Angeboten? Sieht der Staat das Internet als rechtsfreien Raum oder warum verfolgt hier keiner, dass mir und anderen Angebote gemacht werden, die illegal sind? Würde sicher mehr einbringen als Tickets wegen Falschparken.

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