Archive for the ‘Messe’ Category

Warum man – im Spiegel, aber auch in anderen Medien – vor einer großen Veranstaltung immer alles schlecht reden muss: die Veranstalter, die Organisation, das Land, ist mir schleierhaft.

Ginge es nach den Veröffentlichungen, wäre Olympia 2012 in London das reinste Fiasko mit hunderten von Toten geworden. Während und nach der Veranstaltung grenzte die Berichterstattung schon an Lobhudelei, wie toll doch alles war. Von denen, die tatsächlich vor Ort gewesen waren.

Aus dem Spiegel 1/2014: Im Matsch

Rund anderthalb Monate vor den Olympischen Spielen in Sotschi gleicht die Stadt am Schwarzen Meer weiterhin einer riesigen Baustelle.

Jo mei.
Wer schon mal am Abend vor der Buchmesse (dem Tag der Presseanstaltungen) auf dem Messegelände in Frankfurt war, glaubt auch nicht, dass es am nächsten Morgen geordnet und schön gestaltet losgeht. Und trotzdem passiert das jedes Jahr wieder.

Und genauso wird auf olympischen Veranstaltungen, Fußballweltmeisterschaften und ähnlichen, großen internationalen Ereignissen eben bis zuletzt gearbeitet, um den Teilnehmern und Besuchern ein schönes Fest zu bieten. Halbseitige Beiträge darüber, dass nicht alles vorher bereits glänzt, sind Papier- und Lesezeit-Verschwendung.

Flattr this!

Verzaubert – das ist die kürzeste und treffendste Beschreibung eines Besuchers der diesjährigen Ausstellung des Gastlandes auf der Buchmesse. Die perfekte Umsetzung des gewählten Mottos. Riesige Leinwände, auf denen Menschen wie Du und ich gemütlich zu Hause sitzen und ein Buch lesen. Ganz unvermutet bewegt sich einer und blättert um. Und dann fängt ein anderer hinter dir an, auf isländisch aus seinem Buch vorzulesen. In schummriger Beleuchtung tauchen auf einmal reale Wohnzimmer auf, die mit gemütlichen Sofas zum realen Lesen einladen. Zauberhaft! Hingehen! Ansehen!

Weniger erfreulich ist, dass das Pressezentrum ohne Ankündigung in der von der IAA übriggebliebenen, ausgedienten Audi-Halle untergebracht ist. Der Pulk von internationalen Journalisten nahm bis auf 20 nationale und internationale Kollegen zu, bis wir mit vereinten Kräften das ramponierte Ei als neues Pressedomizil entdeckten. Viel „weiß nicht; Presse? Hää?“ und ähnlich aufmunternde Kommentare begleiteten uns bis dahin.

Mal sehen, die Buchmesse 2011 hat ja gerade erst begonnen.

Flattr this!

Genuss pur…warum man(n) auf die Anuga geht:
Anuga 2011-1
Anuga ist die alle zwei Jahre in Köln abgehaltene Ausstellung der Nahrungs- und Genussmittelproduzenten…

 

Weitere Bonmots von der Anuga 2011

anuga icon Wenn der Teller wichtiger wird als das Essen darauf, präsentiert man jedes Shrimpchen auf einem eigenen Tellerchen:
Anuga 2011-2Anuga 2011-3

anuga icon Was ist innovativ, trendgerecht, umsatzstark? Zumindest nach der Meinung des Herstellers?
Gestrecktes Hack. Hackfleisch, das um 20 Prozent weniger (hochwertiges) Fleisch, dafür aber nicht näher deklariertes pflanzliches Eiweiss enthält. In Fleischmangelzeiten (Krieg) bezeichnet man derartiges in Österreich als „Falscher Hase“. Gutes Marketing ist, wenn man Mängel als Qualität anpreist.
Ein Mischprodukt also statt purem Fleisch. Dagegen ist prinzipiell nichts einzuwenden, nur die Art des Anpreisens befremdet. Mich als Käufer zumindest.
hackplus war Gewinner des Innovationspreises der Anuga taste11.

anuga icon Laut einer Presseaussendung führte einen Monat nach Ungarn auch Dänemark eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel ein. Um umgerechnet je 2,15 Euro je Kilogramm ungesättigter Fette werden die Dickmacher dort teurer.

anuga icon Schon das Wort ist ein Monstrum: Lebensmittelkennzeichnungsverordnung. Besonders Konditoren und Schokoladenhersteller wehrten sich gegen die EU-weite Einführung obiger Verordnung. Sie fürchteten Umsatzeinbußen, wenn der Käufer verständlich und leicht lesbar nachsehen könnte, wie viel Zucker, Fett und Kalorien jedes Produkt enthält. Aber ernsthaft: wer Schokolade genießt, liest doch keine Kalorienangaben. Das macht man bei bewusster Ernährung…
Für den Aufdruck der Nährwertangaben haben die Hersteller nun fünf Jahre Zeit.

anuga icon

Biozertifiziert nach EG-Öko-Verordnung und ausgezeichnet mit dem EU Bio-Siegel

Auch wenn man als Verbraucher keine Ahnung hat, was das in der Praxis bedeutet, hört sich das doch ultra-gesund an. Auch noch, wenn man weiß, dass das Produkt Rührei im Karton ist und in dieser Form (laut Hersteller) bis zu sieben Wochen haltbar ist?

Einmalig praktisch: …im 1ooog-Tetra Brik mit Drehverschluss

Wohl bekomm’s.

anuga icon Getränketrends
Der Bierabsatz nimmt großflächig ab, Alkohol ist von der zunehmend älter werdenden Käuferschichte weniger gefragt. Da muss doch wieder etwas Neues her: Energiedrinks in allen Variationen. Was mit der zuckrigen, koffeinhaltigen Aufputschlimonade Red Bull begann, findet mehr und mehr Nachahmer. Von nicht sonderlich gesundheitsfördernen Dosenlimos ählicher Zusammensetzung bis hin zu Fruchtsaftmischungen, bei denen der Energie-Kick nur mehr durch den Zuckerzusatz („ist nur Fruchtzucker“) geschehen soll.
Irgendwo dazischen auch sinnvolle, neue, vielfach exotische Getränkemixturen aus möglichst naturbelassenen Früchten und mit statt Zucker zugesetzten Vitaminen. Fruchtsaft 3.0 – bitte mehr davon.

Flattr this!