“Nun kommt die Forschung zur gegenläufigen Erkenntnis: Der Mensch kann die Gene durch seinen Lebensstil beeinflussen.” Nun? Ist Der Spiegel auch schon aufgewacht?
Zellbiologe Bruce Lipton forscht seit den 1980er Jahren und publiziert und talkt und verbreitet seine Forschungen aus Stanford und Chicago ans allgemeine Publikum. (What controls biology; think beyond your genes.) Auf youtube gibt es zahlreiche (nein, nicht unzählige, denn einige intelligente Menschen und viele dumme Maschinen können die Anzahl durchaus eruieren) Videos von und über ihn.
“Gene sind kein Schicksal”, beschreibt Blech…”
Wenn er das ehrlicherweise wenigstens als Zitat von Lipton schreiben würde. Einfach nur peinlich.
Da wird viel altes Blech als neue Kuh durchs Dorf getrieben.
Das Thema muss im August 2010 nicht nur als Titelgeschichte im Spiegel herhalten. Der Autor und der Rest der Redaktion finden auch nichts dabei, die auf Kosten des Magazins (und damit der Leser) recherchierte Geschichte auch als Buch im Spiegel dick und breit zu bewerben… Und schon sind etliche Journalistenpreise mitinbegriffen. Es bleibt wie immer alles in der Familie. Hätte ein freier Redakteur sich herausgenommen, die seit Jahren bekannten Forschungsergebnisse als neu zu veröffentlichen, hätte kein Hahn gekräht. Geschweige denn, dass das Buch auch nur eine Erwähnung im Spiegel erhalten hätte.
Bei anderen kommt die Ehrgefühlkeule im übrigen durchaus zum Zug: in der gleichen Ausgabe, etwas weiter hinten im Heft (S90): Beim Fußball haben nutznießerische Interessenskonflikte durchaus ein Gschmäckle.