Posts tagged ‘Journalist’

Dass man nicht allen „Tipps“ männlicher Kollegen folgen soll, wie man am schnellsten die Karriereleiter hinauffallen kann, lernt frau im Berufsleben sehr schnell.

In einem Beitrag vom 18.9.2013 des Nachrichtendienstes Meedia wird es krass:

einehandbreituebermKnie

Eine Handlänge überm Knie. Mindestens.

Mindestens?

Also sind zwei Handlängen noch besser?

Oder drei?

Wie wär’s gleich mit einem breitem Gürtel statt des Rockes?

🙂 Vielleicht sollte man den Beitrag eher unter: Was der männliche Journalist sich so wünscht von seinen weiblichen Kolleginnen stellen, als unter: Wie die richtige Kleidung die Karriere fördern kann – Fünf Tipps für den perfekten Arbeitsdress…

BTW: Das Bild: What your clothing colours say about you ist im Netz schon gut abgehangen und seit Jahren auf zahlreichen Seiten eingesetzt. Hier geborgt wurde es vermutlich von folgendem Blog, mit dem ersten Kommentar im März 2013.

 

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Der Spiegel macht immer wieder Freude. Man kann sich beim Lesen so herrlich über die Schreiberlinge amüsieren. Aus einem Text über Lance Armstrong, veröffentlicht in: Der Spiegel 2/2013.

Armstrong befindet sich im freien Fall, und in welcher Tiefe er aufschlagen wird, lässt sich ahnen.

Als Journalist sollte man nicht mit Mutmassungen und Vorahnungen um sich werfen, sondern Fakten präsentieren. Versuchen wir also die obige Mutmassung als simple Mathe-Physik-Aufgabe zu lösen:

Weg = Geschwindigkeit x Zeit

Die gesuchte Tiefe ist der Weg, Geschwindigkeit ist nach rund 10 Sekunden Beschleunigung im freien Fall seine dann erreichte konstante Endgeschwindigkeit. Die liegt um die 200 Stundenkilometer, mit denen ein Mensch in stabiler Lage der Erde entgegen fällt.

Was aber machen wir mit der Zeit? Ist es also zeitabhängig, wann er auf ein Hindernis auftrifft?

Das Problem liegt im hinkenden Vergleich. Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass der freie Fall genau dann zu Ende ist, wenn der Mensch entweder seinen Fallschirm aktiviert oder weiter mit konstanter Geschwindigkeit fällt, bis er auf auf die Erdoberfläche trifft: auf Baum, Haus, Erdboden, Wasser…

Wann Letzteres eintritt, hängt allein von der Höhe über Grund ab, in der die Überlegung angestellt wird. Und damit nach der Formel auch nach der Zeit, die ihm zwischen seiner derzeitigen Höhe und dem Erdboden bleibt.

Kurz und gut, leider passt das erneut: Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich.

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Zitat aus: Der Spiegel 5/2012 (Vorspann zu „Terror am Himmel“)

Fluglärm quält Millionen Deutsche. Der Krach kann zu Herzerkrankungen und womöglich zu Krebs führen…

Der Krach? Warum genau der? Warum nicht jeder Krach? Also einfach: Krach.

Weitere zwei Zitate aus einem späteren Spiegel 11/2012 (Seite 18)

Nach unseren Umfragen fühlen sich 55 Prozent der Deutschen durch Straßenlärm belästigt. Bei Fluglärm ist es jeder Dritte, bei Schienenlärm jeder Fünfte.

Also nochmal im Klartext: mehr als die Hälfte der Deutschen stört der Straßenlärm. Nur ein Drittel klagt über Fluglärm. Das spiegelt sich so nicht in der Presselandschaft wieder.

Der Mensch bewertet Geräusche unterschiedlich. Wenn er den Eindruck hat, diese wären vermeidbar oder werden sogar absichtlich erzeugt, stören sie ihn viel mehr als Geräusche, die er als neutral einstuft.

Können wir dann endlich zur Tagesordnung übergehen und den Menschen, die sich durch Flugzeuge gestört fühlen, erklären, dass Fluggeräusche genauso neutral sind wie der Rasenmäher von nebenan, oder der Hausbau seit mehreren Monaten gegenüber?

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… so seufzt ein Spiegeljournalist in Ausgabe 17/2012. Der Artikelvorspann im Original:

Das Heimatmagazin „Landlust“ aus Münster schafft neuerdings sogar eine Millionenauflage. Wie machen die Kollegen das bloß?

Tja, ganz einfach. Sie orientieren sich an den Kundenwünschen und nicht am eigenen Ego. Sie bringen das, was viele Leser lesen wollen und nicht das, was dem Jungredakteur xy gerade zum ersten Mal über den Weg läuft.
Der Wurm am Haken muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Für die Beantwortung braucht man keine ganze Spiegelseite, dazu langt ein Satz.

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Es ist soweit. Es war abzusehen. Und keinen interessiert es. Noch.
Aus der Deutschen Welle, 16.4.11

Erstmals seit dem Erdbeben und der zerstörerischen Flutwelle vor fünf Wochen sind in der japanischen Stadt Sendai im Katastrophengebiet wieder Güter verladen worden. Mehrere hundert fabrikneue Autos verließen die ehemals verwüsteten Hafenanlagen.

Da sollten die lieben protestwütigen Deutschen aufwachen. Ihr nächstes, sehnsüchtig erwartetes Auto eines japanischen Herstellers ist vermutlich mehr verseucht und strahlt intenisver als alle deutschen Kernkraftwerke es je würden ausserhalb ihres Geländes. Aber so viel Hirn und Nachdenken wäre zu viel verlangt. Lieber einfach mal protestieren und dagegen sein, egal, ob mit oder ohne Sinn.

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Ein wenig Wissenswertes für die journalistischen Kollegen, die derzeit über das Thema schreiben (müssen); Physiker mögen die Vereinfachung verzeihen, mir geht es um das prinzipielle Verständnis einzelner Begriffe und nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.

Notabschaltung und Herunterfahren eines Reaktors
Nein. Das sind keine Synonyme.
Not-Aus ist auch keine Variante des kontrollierten Herunterfahrens eines Reaktors.
Not-Aus verhält sich zum Herunterfahren wie der Abschuss eines Flugzeuges in der Luft zu einer kontrollierten Landung. Etwas, das man nicht macht, ausser es gibt verdammt gute Gründe dazu – wie jetzt in Japan.
Bei einer Reaktorschnellabschaltung werden die Steuerstäbe in Sekunden in den Reaktorkern komplett gefahren. Sie enthalten meist Bor. Wenn nichts anderes mehr hilft, wird auch das Kühlwasser mit Borsäure versetzt, bezeichnenderweise nennt man das Vergiftung (des Reaktors).
Zu beiden Massnahmen braucht man allerdings Strom. Und wenn ein Tsunami nicht nur die Stromleitungen komplett eliminiert, sondern gleichzeitig auch die Dieselbehälter für die Notaggregate wegschwemmt, bleiben nur mehr die Notbatterien, falls noch vorhanden. Wie weit während eines Erdbebens kurz zuvor dann selbst ein Not-Aus noch sauber in Fukushima funktioniert hat, darüber liegen mir keine geprüften Informationen vor, ausser den Mutmassungen zahlreicher Schreiberlinge.

Reaktorfahren
ist ein Beruf mit großer Verantwortung. Auch wenn es wie Traktorfahren klingt, so sitzt der Kollege an einem Büroarbeitsplatz an einer komplexen Steuerungsanlage. Was er mit seinen Computerkommandos überwacht und gegebenenfalls steuert, sind absorbierende Stäbe zwischen den Brennelementen. Welche, wie viele Stäbe er wann wie weit zwischen die einzelnen Brennelemente einschieben lässt, das beeinflusst die Leistung des Kernkraftwerkes, aber auch dessen Abnutzung, den Abbrand (der Brennstäbe). Kennt man vielleicht von Autoreifen, die manch einer auch mal von vorne nach hinten tauscht, damit das Profil gleichmässig abgefahren ist.
Die Steuerung (und dazu zählt auch das kontrollierte Herunterfahren) erfolgt über die Regelung der Steuerstäbe im Reaktor und des Kühlmitteldurchsatzes. Ein Reaktor wird also kontinuierlich gefahren, „überwacht“ und geregelt, nicht nur im Fall eines kontrollierten Herunterfahrens („Abschalten“).
(Es mag sein, dass sich der Kollege lieber als Systemingenieur oder ähnliches sieht, das fällt aber eher in die Kategorie: Hausmeister versus Facility Management)

Demonstranten fordern: Kernkraftwerk abschalten und aus ist es
Weder ein kontrolliertes Abschalten (Herunterfahren) noch ein Not-Aus beenden die Energieproduktion ad-hoc. Man kann einen Reaktor nicht wie eine Lampe einfach ausknipsen.
Eine Schnellabschaltung verhindert durch die Absorption der freien Neutronen weitere initiale Spaltung von Kernen. Was dies nicht verhindert, ist der weitere radioaktive Zerfall der entstandenen Spaltprodukte. Und die produzieren noch tagelang Radioaktivität und damit Nachwärme – hart gesprochen: Leistung, die aus welchen Gründen auch immer, dann nicht mehr gefragt ist. Aber weiterhin entsteht.

Wenn man ein Kernkraftwerk auf Dauer stilllegt, müssen also alle Brennstäbe einzeln aus dem Core, dem Reaktorkern entfernt und weiter voneinander gelagert und weiterhin gekühlt werden. Auch Brennelemente, die nach dem Erreichen des zulässigen Abbrandniveaus ersetzt werden sollen, werden vor dem Abtransport in einem wassergefüllten Abklingbecken zwischen gelagert.

Wie das Herunterfahren klappt auch das Anfahren eines Reaktors nicht per Anknipsen: Neue Kernreaktoren fährt man über mehrere Tage an, während Zustand und Verhalten des Reaktors penibel überwacht werden.

Abklingbecken
Das Abklingbecken ist kein und enthält keinen Reaktorkern. Es sieht – platt ausgedrückt – aus wie ein Schwimmbecken. Oben offen. Hierin werden bereits zu viel verbrauchte („abgebrannte“) Brennelemente tagelang zwischengelagert, bevor sie zur Wiederaufbereitung abtransportiert werden. Die Lagerung ist nicht so dicht gepackt wie im Kern.
Fehlt das kühlende Wasser, entsteht auch hier große Wärme.

Restwärme
Auch nach dem Beenden der Kettenreaktion entsteht im Reaktor Wärme, weil die entstandenen Spaltprodukte selbst radioaktiv zerfallen. Der Begriff Restwärme ist Nonsens, weil die Nachzerfallswärme keine noch vorhandene Hitze des Reaktorkerns beim Abschalten ist, sondern durch weitere radioaktive Zerfälle neu produziert wird.

Halbwertszeit und was man wirklich fordern sollte
Wir sind gewohnt, regelmässig mit neuen Katastrophenmeldungen überflutet zu werden, die die alten möglichst schnell aus unserem Gewissen verdrängen. Welcher Lebensmittelskandal ist gerade noch in unserem Bewusstsein präsent? Ist Ägypten, Libyen noch oder jetzt nur mehr Japan das Gesprächsthema?
Cs 137, eines der relevanten Spaltprodukte bei Siedewasserreaktoren, hat eine Halbwertszeit von 30 Jahren. Es ist gut wasserlöslich und sehr Sauerstoffaffin. Zu gut deutsch: mischt sich also mit allem und jedem, in der Luft und in der Nahrungsmittelkette. Radioaktive Strahlung sieht man nicht, schmeckt man nicht, riecht man nicht. Sie wirkt trotzdem. Haben wir also jetzt irgendwo die achtfache zulässige Belastung, so wirkt in 30 Jahren noch immer die vierfache auf uns ein. Wir importieren aus Japan und der Region nicht nur Fisch, sondern auch Autos und vieles mehr.
Wer kontrolliert hierzulande Importe auf Strahlung? Wo gibt es öffentlich zugängliche Strahlungsmessgeräte, die jeder benützen kann? Warum fordert das keiner in einer Demo?

Kernkraft statt Atomkraft
Die Kraft liegt im Kern und nicht in seiner fast materielosen Elektronenhülle. Wer von Atomkraft statt von Kernkraft spricht, lässt erahnen, wie wenig er von der Materie, über die er sich äussert, versteht.
Zur Erinnerung: In der Physik gibt es vier Grundkräfte: die starke Kernkraft, Elektromagnetische Kraft, schwache Kernkraft und die Gravitation. „Atomkraft“ fällt in die gleiche Worthülsen-Kategorie wie Herzkraft oder Körperkraft.
Ich, du, er, sie, es – alle Materie in diesem Universum besteht aus Atomen. Also, was immer die „Atomkraft“ beschreiben möge, sie umfasst auch unser gesamtes Leben und nicht nur Kernkraftwerke. Noch immer abschaffen?

Kritisch und nicht kritisch
Wenn ebenso viele freie Neutronen erzeugt werden wie durch Absorption verschwinden, nennt man das „kritisch“, k=1. Der kritische Zustand ist der normale Betriebszustand eines Kernreaktors, in dem eine sich selbst erhaltende Kettenreaktion abläuft. Beim Anfahren des Reaktors liegt der k-Wert leicht über 1 (überkritischer Reaktor), um die Kettenreaktion kontrolliert zu starten.
Der Reaktor verändert im Laufe des Betriebs kontinuierlich sein Verhalten – das Uran 235 in den Brennstäben, verbraucht sich, die Stäbe „brennen ab“. Nach drei bis fünf Jahren müssen sie deshalb getauscht werden. Ebenso verändert sich die Zusammensetzung des Kühlwassers während des Betriebes durch die sich ständig ändernde Strahlung durch den Abbrand der Brennstäbe. Darum wird der Betrieb eines Reaktors laufend automatisch korrigiert und dies von Menschen überwacht.

Aus dem Spiegel 11, 2011: Die Brennstäbe schwimmen im Reaktorbehälter
Nein. Vielleicht schwimmt eine Ente im Badewasser der Journalistin, aber weder die Brennstäbe noch die Steuerungsstäbe schwimmen frei im Wasser irgendeines Kernreaktors. Ohne fixe Distanz sowohl zueinander als auch zu den Steuerstäben wären sie nicht mehr kontrollierbar.
Der Ausdruck hinkt nicht nur, er führt den Leser auf eine falsche Fährte.
Und ein Tipp: wenn es um die Sicherheit von Hochhäusern in extrem erdbebengefährdeten Gebieten geht, dann setzen Architekten und Statiker auf flexible Lagerung, auf eine Abkopplung des Gebäudes von Bodenschwingungen. Auch die Flächenspitzen einer Boeing 747 schwingen im Flug bis zu 12 Meter nach oben und unten. Wären sie komplett starr, würden sie bei einem ganz normalen Transatlantikflug abbrechen.

Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich*
Zitat aus dem Spiegel 11, 2011:

Allein China will in den nächsten Jahren über 60 neue Reaktoren bauen, mehr als es heute Anlagen in Japan gibt.

Tja. Journalismus hin und her. Das Zitat hat die informative Qualität von: ein Kind allein isst zwei Äpfel und im ganzen Kindergarten werden sogar 30 Äpfel pro Tag verspeist!
Japan ist eine (seit jeher) erdbebengefährdete, relativ kleine Inselkette. China erstreckt sich über einen Großteil des Kontinents Asiens. Wenn man das Flächenmässig vergleicht, schneidet China sogar recht gut ab mit Quadratmeter pro Kernkraftwerk.
Mit mehr Sinn behaftet wäre eine Untersuchung, wo genau die neuen Kraftwerke geplant sind, ob die gewählten Standorte und Betreiber sicher sind und mehr. Dann können wir weiter diskutieren oder einen neuen kraftvollen Schlusssatz suchen.

Erdbeben der Stärke 7,2 oder 9,1
Zahlen sind immer gut, wenn man Fachwissen beweisen möchte. Man sollte sie allerdings korrekt einordnen können, will man dabei ernst genommen werden.
Ein Erdbeben der Stärke 2 (auf der nach oben offene Richterskala) wird auch unmittelbar über dem Epizentrum nicht viel mehr als ein Tassenwackeln bewirken. Und ein 9er wird auch in größerer Entfernung noch gravierende Schäden anrichten.
Bei einem 9er mit Zentrum inmitten eines großen Ozeans werden aber nicht die unmittelbaren Bebenschäden auf dem Festland das Problem sein, sondern die Wasserwellen an den Küsten (Tsunami). Ein Epizentrum inmitten eines großen Kontinents wird auch bei 9,1 keinen Tsunami bewirken.
Die Erdbebenstärke muss also stets in Distanz zum und der Art/Lage des Epizentrum gesehen werden.

(Zitat aus einer Newsgroup): Fukushima ist überall – Atomausstieg jetzt
Warum? An den Sicherheitskriterien für Kernkraftwerke in Deutschland hat sich auch mit den tragischen Ereignissen in Japan nichts geändert. Tsunamiauswirkungen in Mitteleuropa sind so unwahrscheinlich wie ein städtezerstörender Meteoriteneinschlag. Nicht unmöglich, aber komplett unrealistisch. Hier sind komplett andere Voraussetzungen wie an einer Inselkette im Pazifik. Geologen mögen mich korrigieren. Auch die Gefahr der seit Jahrhunderten bekannten Erdbebenlinie rund um Japan ist mit der Gefahr eines starken Bebens hierzulande vermutlich nicht mal in der Größenordnung vergleichbar.
Link: Die geologischen Grundlagen aus der Sicht des Deutschen Geoforschungszentrums Potsdam
Ob man für oder gegen Kernkraftwerke ist, da mag es gute Gründe geben. Politische Gründe, die die Wahl einer Partei fördern sollen, sind absurd.
Natürlich ist die Gefahr, in Frankfurt am Main auf der Zeil von einem Tiger angefallen zu werden, nicht gleich null. In ganz Sumatra dürfte sie aber bedeutend höher liegen. Auf der Zeil deswegen in Panik auszubrechen, macht wenig Sinn.

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* Zitat (Überschrift) stammt meines Wissens von Frank Kemper.

Die Diplomarbeit (Physik) des Autors dieses Beitrages war an der TU Wien (in Zusammenarbeit mit der IAEA): die mobile Abbrandmessung (Cs 137) eines Siedewasserreaktors.

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Aus: Der Spiegel 49/2010

Viel Blut für wenig Öl. Anders als erwartet hat sich die Hoffnung auf einen Ölboom nach dem Irak-Krieg nicht erfüllt.


Anders als erwartet
– von wem erwartet? Da fehlt etwas, da fehlt der Bezug.

Ich hatte das nicht erwartet. Wer dann?

Das ist suggerierende Sprache, die anderen eine Meinung unterschiebt, ohne dass sie es merken. Auf jeden Fall kein seriös recherchierter und geschriebener Journalismus.

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Der Spiegel 37/2010, neun Autoren zeichnen für diese Aussage:

Es stimmt schließlich: wer arm ist, hat wenig Geld für Bildung übrig, wer deshalb wenig Bildung genossen hat, bleibt wiederum tendenziell eher arm…

Soso. Wie ist belegt, dass diese Behauptungen zutreffen?

Als junges Mädchen kam Maria Sklodowska 1891 mit wenigen Francs an die Sorbonne nach Paris, weil in ihrem Heimatland Polen Frauen nicht studieren durften. Als Marie Curie erhielt sie wenige Jahre später die Nobelpreise für Physik (1903) und Chemie (1911).

Heute würde sie für das Durchsetzen ihrer Ideale und das Kämpfen für ihre Ziele vermutlich als Narziss abqualifiziert werden. Aus Der Spiegel 47/2010, diesmal fünf (!) Autoren

…Sebastian Vettel, die freundliche Version dieser Gattung leidenschaftlicher, gnadenloser, durchaus narzisstischer Sportler.

Erfolg kommt nicht vorbeigeschneit. Erfolg muss man sich erarbeiten. Täglich. Mit Einsatz. Mit Leidenschaft. Sieger entstehen nicht Angstgetrieben am Sofa.

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Das kam mir doch bekannt vor: ein Kunstfälscher und seine Frau, aus dem Kölner Raum, namens Beltracci.

Genau. Der Beitrag dazu im Spiegel 50/2010 war dem Magazin im Oktober schon mal mehrere Seiten wert. Der Dezemberbeitrag ist umgeschrieben und etwas inhaltlich aufgehübscht.

Gibt es nichts Wichtigeres oder bahnbrechend Neues mehr zu erzählen?

Aufgewärmte Kamellen.

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Nie.
Noch nie.
Was ist weniger als nie?
Überhaupt nie?
Igitt.
Aus: Der Spiegel 50/2010, Seite 93, sieben (!) Schreiber unterzeichneten als Autoren:

Überhaupt noch nie musste jemand erdulden…

Einfach nur igitt.

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