Die Zukunft ist Schwarz…

… so der Titel eines Spiegelbeitrages (29/2010) über ein Comeback der Kohle. Der gleiche Titel wurde bereits 1996 (Ausgabe 36) schon mal identisch eingesetzt. Da ging es um Leichtathletik. Für einen künftigen Beitrag über Kaffee oder Schokolade könnte man die Zeile erneut recyclen. Nur so ein Tipp, falls die spritzigen Ideen wieder mal fehlen.

Schwarz sehe ich für die journalistische Qualität auch, wenn Vorführmagazine wie Der Spiegel unbedarfte Meinungen ihrer Schreiberlinge als Tatsachen an den Leser bringen.

„… und bei 1100 Grad verfeuert. Die Höllenhitze lässt…“

Hmm. Soso. In der Hölle hat es also rund 1100 Grad. Also kann sie zumindest nicht auf der Sonne liegen, denn deren Oberfläche hat schon um die 5500 Grad, und in ihrem Inneren heizen geschätzte 15 Millionen Grad. Da ist die Hölle der drei Schreiber des Beitrages geradezu kalt dagegen. Für manche Menschen sind schon 40 oder 50 Grad auf dieser Erde die Hölle.

Plastische Beschreibung macht für den Leser mehr Sinn und wertet einen ansonsten langweiligen Beitrag auf. Fussballfeldgroß ist anschaulicher als 70 mal 105 Meter. Der Vergleich muss aber den Tatsachen zumindest in der Größenordnung entsprechen und schon die Tatsache hinkt bei der Höllentemperatur gewaltig.

Geschwurbel und Geschwafel. Statt packendem Stil.

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