Gute Journalisten sollte sich vom „ich kann auch schreiben und veröffentliche daher“-Mitmenschen unter anderem darin unterscheiden, dass erstere gründlich und nachvollziehbar recherchieren.

Dazu zählt, dass der Leser weiß, wer was wann gesagt hat, und wenn einer schon meint, seine eigene Meinung als Journalist kundtun zu müssen, dies ausdrücklich als Feuilleton oder (Buch-)Besprechung oder ähnliches kennzeichnet. In einem Bericht, einer Nachricht oder einer normalen Informationsgeschichte hat die persönliche Meinung des Schreiberlings nichts verloren.

Sätze wie „Angela Merkel findet an solchen Spielchen wenig Gefallen“ (Der Spiegel 34/2010), oder „Merkel weiß, dass die kommenden Monate über ihre Kanzlerschaft entscheiden“ (Der Spiegel 35/2010) sind unsauber und lassen sich bestenfalls dem Gedankenlesen oder einer Wunschvorstellung zurechnen. Beispiele fürs Gedankenlesen der Spiegelschreiber finden sich in fast jedem politischen Artikel mehrfach.

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