Die Übersetzung von Flight

Das Problem an Jungjournalisten ist, dass sie mit Mitte zwanzig zwar automatisch für alle Preise abonniert sind, das aber leider weder ihr Allgemeinwissen widerspiegelt, noch ihre spezielle Ahnung auf Gebieten, über die sie schreiben.

Aus: Der Spiegel 52/2010, ein ganzseitiger Beitrag über einen dänischen Möchtegern-Raumfahrer, der Raketen bastelt:

„Flight“ hat er mit Filzstift auf seine Brusttasche geschrieben. Flug.

Nein. Und nochmals nein. Volksschulwissen langt hier nicht. Entweder man ist alt genug, um sich noch an die Life-Übertragungen der amerikanischen Mondlandungen zu erinnern, oder man recherchiert und gibt nicht Mutmassungen wieder.

Das Schildchen „Flight“ am Anzug heißt nicht „Flug“. Es zeigt eine Position. „Flight“ ist die Bezeichnung für den Ranghöchsten einer Mission, den Flight Director. Flight ist derjenige, der das Sagen in allem und jedem Punkt hat. Das wollte wohl auch der Däne mit seinem Schildchen ausdrücken: Hier bestimme ich, denn ich bin „Flight“.

Aber was will man von einem Magazin, das schon vor Jahren in einem Beitrag nicht wusste, dass HAL, der Name des denkenden Bordcomputers von „2001“, simpel und einfach IBM minus 1 entspricht…

Einfach mal die Masse fragen, die Leser, die Nerds des Faches, über das man schreibt. Bevor man sich als Jungspund lächerlich macht.

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