Pferde stehlen…

(c) Hanser Verlag

Die Worte im Titel machen (beim Lesen) durchaus Sinn, sie ziehen sich durch das Buch. Auch wenn jeder bei der Nennung – egal in welcher Sprache – Out Stealing Horses ist auch nicht besser – zunächst verständnislos guckt.

Also gleich vorweg, es geht nicht um das Klauen von Pferden. Sondern um eine bionische Erzählung aus Norwegen, spannend, packend und norwegisch in jeder Hinsicht. Ein Page Turner. Bionisch, weil die Art des Erzählens dem Inhalt entspricht. Norwegen pur, die Schilderung wie der Inhalt reduced to the max.

Was das Buch so spannend macht, ist die Verquickung von Zeiten, manchmal in einem Absatz aus der Jugendzeit des Erzählers mit dem Rahmen-Erzählungsstrang, als er sich mit 60 zur Ruhe setzt. Oder besser setzen möchte.

Ein Kritiker schrieb, man sollte das Buch zweimal lesen. Das habe ich auch unmittelbar hintereinander getan. Die Information ist manchmal in einem Nebensatz erwähnt, einzelne Puzzleteilen, die sich erst auf den letzten Seiten zu einem kompletten Bild ergeben. Genial die Konstruktion. Man fühlt sich als Leser wie ein Entdecker, Eroberer.

Und trotz der Ruhe, der ausgiebigen Beschreibung (statt der Dialoge), manchmal in kurzen abgehakten Sätzen, dann wieder ausschweifend, hat das Buch eine Dynamik, einen Spannungsbogen, der fast unerträglich ist und zum Von-Anfang-bis Ende-in-einem Durchlesen reizt.

Ein Mord und sogar mehrere Leichen kommen auch vor. Aber um die geht es gar nicht. Das ist nur ausschmückendes Beiwerk.

Worum also geht es? Nein, das verraten wir hier nicht. Selber lesen lohnt sich. Garantiert.

Über die gleichnamige Verfilmung hatte ich hier bereits berichtet (runterscrollen zu: Reden ist überbewertet).

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