Dass man nicht allen „Tipps“ männlicher Kollegen folgen soll, wie man am schnellsten die Karriereleiter hinauffallen kann, lernt frau im Berufsleben sehr schnell.

In einem Beitrag vom 18.9.2013 des Nachrichtendienstes Meedia wird es krass:

einehandbreituebermKnie

Eine Handlänge überm Knie. Mindestens.

Mindestens?

Also sind zwei Handlängen noch besser?

Oder drei?

Wie wär’s gleich mit einem breitem Gürtel statt des Rockes?

🙂 Vielleicht sollte man den Beitrag eher unter: Was der männliche Journalist sich so wünscht von seinen weiblichen Kolleginnen stellen, als unter: Wie die richtige Kleidung die Karriere fördern kann – Fünf Tipps für den perfekten Arbeitsdress…

BTW: Das Bild: What your clothing colours say about you ist im Netz schon gut abgehangen und seit Jahren auf zahlreichen Seiten eingesetzt. Hier geborgt wurde es vermutlich von folgendem Blog, mit dem ersten Kommentar im März 2013.

 

Flattr this!

Nachdem wir uns vor einigen Wochen öffentlich um die gewichtsmässige Abnahme des Spiegels Sorgen gemacht haben, wollen wir nun auch die freudige Botschaft öffentlich verkünden: Der Spiegel nimmt an Umfang zu. Langsam kann man ihn wieder zum Fliegen erschlagen einsetzen, ohne dass sich die Seiten verbiegen.

Die Werbewirtschaft scheint also die Sorgen der Redaktion nicht zu teilen, dass sich Ex-Bildmann Nikolaus Blome nicht optimal fachlich ins Spiegel-Umfeld einpassen könnte. Sondern hofft inniglich auf eine Blattverbesserung durch die Neubesetzung des lange Zeit vakanten Postens.

Traurig sowieso, dass man in einem als so anspruchsvoll angesehenen Blatt inhaltliche Kontroversen scheut. Inhaltliche. Die menschelnden internen Streitigkeiten werden ja seit Monaten in der gesamten Republik breitgetreten.

 

Flattr this!

wahl2013

 

 

 

 

 

 

 

 …oder, was manche Wahlplakataussagen mit Casanova gemein haben…

Egal, von welcher Partei, die Texte auf den Plakaten zeigen nicht einmal ein Versprechen VOR der Wahl. Eine willkürliche Auswahl:

Wer alles gibt, muss mehr bekommen.

Partner der Vernunft.

Solide Finanzen.

Gleiche Bildungschancen für alle.

Wenn die Sonne scheint, ist der Himmel blau.

Kalter Winter.

Nun gut, die letzten zwei stammen nicht von Wahlplakaten. Inhaltlich liegen sie aber auf der gleichen Ebene.

Unter einem (Wahl-)Versprechen würde ich etwa Folgendes verstehen: Wir garantieren Ihnen, dass, wenn unsere Partei nach der Wahl an der Regierung ist, wir für Sie als Wähler dies umsetzen:
Wenn Sie alles geben, erhalten Sie mehr vergütet als zuvor.
(Sinngemäß)
MEHR Geld? Zeit? Anerkennung? Was?

Sonst hat es ungefähr den Wert wie: Schmeckt so herrlich Joghurtleicht. Die Tatsache des Geschmacks hat Nullkommanichts mit den Hüftspeckansetzenden Kalorien des Süßriegels zu tun. Ähnelt den Aussagen eines Mannes zu seiner Angebeteten: Die Liebe ist so etwas Schönes.
Prima, du Dussel, sag ihr doch, dass Du SIE liebst und wirf keine Allgemeinplätze, für die Du nicht zuständig zeichnest, in die Welt. 🙂

Welche Partei soll ich denn nun am Sonntag wählen? Welchem rhetorischen Allgemeinplatz glaube ich am ehesten?

Ach, beinahe hätte ich es vergessen – als Nicht-Deutsche darf ich zwar Steuern zahlen aber beim Ankreuzeln nicht mitmachen. Welch ein Glück?

 

 

 

 

Flattr this!

Auf acht Seiten lamentiert Cardt Schnibben im dieswöchigen Spiegel über den Untergang der Tageszeitungen. Die grafische Umsetzung „des Zeitungsdramas“ ist beeindruckend, leider im Negativen. Alle Kurven stürzen ins Bodenlose.

Was Schnibben aber geflissentlich übersieht, oder verschweigt, ist der seit Wochen besorgniserregende Umfang des Spiegel selbst. Extreme Abmagerungskuren mögen für (übergewichtige) Menschen gut sein, für Magazine sind sie es nicht. Und Leser, die immer wieder monierten, gefühlt mehr als die Hälfte der mehr als 200 Seiten seien Werbung, sollten sich klarmachen, dass nur durch Werbung im Blatt auch Geld für ausgiebigere Recherchen in einem Verlag vorhanden ist.

Auf den acht Seiten der Braking-News-Geschichte ist nicht eine einzige Werbung, und auch etliche Seiten weiter keine. Das ist schlecht, vor allem, wenn über Wochen der gedruckte Spiegel kaum mehr die gewichtige Substanz hat, um eine Fliege ordentlich an der Wand zu erschlagen. Diese Woche: 138 Seiten Umfang. Inklusive Werbung.

Die eigene Misere kommt aber im Bericht nicht vor. Schweigen im Walde. Kann man sicher mit dem journalistischen Ehrencodex: „Nicht mit der Sache gemein machen“ abhaken. Aber auch mit: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen? Unehrlich dem Leser gegenüber ist es in jedem Fall.

Die hier und auch andernorts gerne zitierten Chefredakteure einiger weniger Tageszeitungen, die keine Gefahr für Print sehen, sind meist weit über die 40 Jahre Altersgrenze hinaus. Auch die Realität wird ihre Sicht der Welt nicht mehr ändern. Sie werden allerdings mehr kurz als lang im Tageszeitungsgeschäft aussterben.

Dass die FAZ mit Sicherheit als eine der längsten überleben wird, liegt nicht nur an ihrem Inhalt, sondern auch an ihrem finanziellen Sicherheitspolster, auf das sie zurückgreifen kann. Auch ein modern denkender Journalist wie von Blumencron, der schon in der Spiegel-Redaktion Schwierigkeiten hatte, seine Vorstellungen durchzusetzen, wird noch sehen, wie er das in einem (von mir sehr geschätzten) extrem konservativen Blatt wie der FAZ schafft. Eine Umgebung, in der selbst so mancher Ressortleiter heute noch immer nichts mit dem Begriff Multimediales Storytelling anfangen kann, geschweige denn etwas vom „Snowfall“ der New York Times gehört hat.

Mal sehen. Der Herbst wird spannend und sicher noch weiter veränderungsreich.

Auch das Multimediale Geschichtenerzählen stößt an seine Grenzen. Wenn für eine einzige Geschichte zwar die gesamte Redaktion mehrere Wochen blockiert ist, diese aber selbst Unteraufträge keinesfalls an Externe vergibt: „So wichtige Sachen machen wir nur mit internen Mitarbeitern, das müssen Sie schon verstehen…“ dann leidet nicht nur das Tagesgeschäft. Multimedia-Erzählaktionen einzelner groß aufgeblasener Geschichten taugen dazu, mal einen Preis abzusahnen, dadurch vielleicht das eigene Image weg vom angestaubten Medium aufzupolieren, aber sicher nicht als langfristige einzige Rettung für Tages- oder Wochenzeitungen.

Aktuell kann selbst eine Tageszeitung, geschweige denn eine Wochenzeitung, in Zeiten des allgegenwärtigen Netzes nicht sein. Schlimm ist allerdings, wenn selbst die Online-Ausgaben der großen Zeitungen, für die sie nun fast unisono Geld verlangen wollen, fern von jeder Aktualität sind. Beispiel Unfall der Asiana, bei der laut Google mein Fachbeitrag stundenlang die einzige deutschsprachige Information im Netz dazu war (siehe ersten Kommentar zum Beitrag). Ohne Bezahlschranke. Dafür aber mit Hintergrundwissen.

Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, hat das Zeug dazu, es der Branche zu zeigen. Mit seinem Kauf der Washington Post stieß er auf Unverständnis bis Angst bei den alteingesessenen Kollegen. Was er verändern will, hat er ziemlich deutlich gesagt: Nicht die Qualität (wie so viele hierzulande, die an der Kostenschraube drehen, bis sie bricht) sondern den Output. Die Art des Lesens. Vermutlich wird er sich dabei auf Tablets fokussieren und hat dabei noch den bionischen Nebeneffekt, dass mit mehr Tablets auch E-Lesen weiter in den Alltag für jedermann eingebunden und normalisiert wird und dadurch auch die E-Book-Verkäufe bei Amazon weiter steigern.

Zwar bin ich noch in einem Elternhaus groß geworden, in dem die papierene Tageszeitung jeden Morgen am Frühstückstisch lag, aber schon als Erwachsener fand ich es im Flugzeug nervig, eine A2-große Tageszeitung zu lesen ohne den Nachbarn dadurch zu belästigen. Und der Versuch, auf kleinere Formate umzusteigen, hat es zumindest für mich auch nicht gebracht: Es ist nichts Halbes und nichts Ganzes, dem immer das Image des Schnellen und des Abgewerteten anhaftet.

Informationen auf dem Tablet haben den Vorteil, dass sie jederzeit frisch sind (wenn die Redaktion spurt) und eben auch durch Links, Bildergalerien, Videos und weitere, tiefere Berichte ergänzt werden können. Das muss man nicht als etwas Besonderes, als „Mulitmediales Storytelling“ verkaufen. Das ist einfach nur sinnvolles Nutzen des Mediums. Sinnvoller jedenfalls, als eine A2-Seite mehr oder minder 1:1 ins Netz zu stellen.

Wenn diese Art der Berichterstattung einer Zeitung normal wird, ohne dass sich die Redaktion dahinter mit dem Etikett des Besonderen schmückt, dann wird die „Tageszeitung“ überleben. Auf dem Tablet. Wie Jeff Bezos es der Branche vorführen wird.

Flattr this!

Werbeagenturen sollte man ab und zu auf die Finger schauen. Genauer. Zumindest wenn man sein Produkt dem potentiellen Kunden korrekt präsentieren möchte.

Bildausschnitt (ohne die roten Markierungen) ist Teil einer ganzseitigen Werbung, die unter anderem im Spiegel seit einigen Wochen läuft.

Lufthansa Werbung für die Business Class mit doppeltem Pfeffer…

Lufthansa Werbung für die Business Class mit doppeltem Pfeffer…

Lange Zeit gab es in der Lufthansa Business Class keine kleinen schnuckeligen Pfeffer- und Salz-Streuer mehr am individuellen Tablett des Gastes. Trotz rigoroser Sparmassnahmen kommen sie nun offensichtlich zurück. Schön für den Gast.

Dann aber geht sicher kein Flugbegleiter mehr durch die Kabine mit einem extra Pfefferstreuer. Oder doch? Das wäre doch wieder ein neues Einsparungspotential, mit dem sich einer brüsten könnte.

Es wurden schon leichtere und wichtigere Dinge als ein Pfefferstreuer aus dem Flieger entfernt, um Gewicht zu sparen.

Aber zweimal Pfeffer ist für die Sicherheit sicher unabdinglich notwendig. Oder?

Schildbürgerstreich…

Flattr this!

Das war im Juni ein super spannender Vortag an der Uni Mainz, Statistik-Vorlesung um genau zu sein. Und wer denkt, Statistik – gähhn, der sollte sich mal ansehen, was die beiden Zeitkollegen: Redakteur Matthias Stolz und Grafiker Ole Häntzschel dazu zu zeigen haben. Die Erfinder der „Deutschlandkarte“ und anderer Infografiken im ZEIT-Magazin haben mit den langweiligen Umsetzungen von Zahlen in Torten oder Balken nichts mehr zu tun.

Statt gähhn……

Auszüge aus Spiegel-Magazinen der vergangenen Wochen. Torte bis zum Umfallen…

Auszüge aus Spiegel-Magazinen der vergangenen Wochen. Torte bis zum Umfallen…

mal anders:

Wer war wie oft auf dem Spiegel Cover? Das muss man bei der ZEIT nicht in Torten sehen. Foto: hkl

Wer war wie oft auf dem Spiegel Cover? Das muss man bei der ZEIT nicht in Torten sehen. Foto: hkl;

Flattr this!

Man lernt nie aus: Kühe werden zwar gemolken, aber die Milch wächst auf den Bäumen:

In speziellen Milchkristallen ist sogar noch mehr Melatonin enthalten. Diese werden aus Kuhmilch gewonnen, die vor Sonnenaufgang geerntet wurde.

(Aus einer Pressemeldung der Milchkristalle GmbH:
Wissenswertes zum internationalen Tag der Milch am 1. Juni)

 

Flattr this!

Auch  wenn ich – wegen Um- und Neugestaltung der Website – hier nichts mehr an Inhalt hinzufügen wollte: Das muss noch sein:

–> Beitrag wurde auf Scienceblogs.de/flugundzeit verschoben.

Flattr this!

Aus horizont.net

Durchschnittlich 107 Minuten gehen Smartphonebesitzer täglich ins Netz, ermittelt der Mobilspezialist InMobi. 50 Prozent nutzen ihr mobiles Endgerät als hauptsächlichen oder sogar als einzigen Internetzugang. Besitzer stationärer PCs surfen 95 Minuten pro Tag, Tabletnutzer 18 Minuten. Dafür sehen Nutzer mobiler Endgeräte lediglich 85 Minuten pro Tag fern, hören 57 Minuten Radio und lesen 31 Minuten Zeitung.

Man sollte sich vielleicht mal den Grund für die Zahlen überlegen, bevor man ihnen eine Bedeutung zuweist.

Das liegt simpel und einfach an den unterschiedlichen (Daten)Tarifen für die Onlinenutzung. So ziemlich jedes Smartphone hat heute eine Internetflat.
Bei den Tablets ist die Flat eher noch Mengenbasiert, manche Nutzer gehen also nur gezielt ins Netz. Tablets werden auch zum (offline)lesen von Büchern und Offline-Spielen und vielem mehr genutzt.

Flattr this!

Nachdem es um den Euroscientist, den EU-Science-Blog, leider recht ruhig geworden ist, schreibe ich nun auch für die Deutschen ScienceBlogs, in Partnerschaft mit National Geografic.

Spannendes Umfeld mit kompetenten Kollegen in den anderen Blogs. Und recht gute und sinnvolle Kommentare zu den ersten Beiträgen. Bisher 32 Kommentare zum ersten Beitrag, das kann sich sehen lassen. 🙂

Hier ist der direkte Link zum Aviation-Blog: Flug und Zeit.

Und hier zu den ScienceBlogs allgemein.

Weitere diskussionsträchtige Beiträge sind in der Pipeline.

Flattr this!